Hypnose - eine kurze Erklärung

Hypnose 

„Hypnose“. Schon allein dieses Wort weckt in vielen Menschen Ängste, Befürchtungen, Vorstellungen von machtvollen Anwendungen geistiger Kräfte aus, denen man sich nicht erwehren kann. Es erscheint mir wichtig, an der Stelle, in den ersten Zeilen meines kurzen Abrisses über die Hypnose klarzustellen, dass die Hypnosetechnik von jeder Person zu erlernen ist, die einigermaßen klar denken kann. Die Hypnose, wie im Vorsatz schon bezeichnet, stellt eine Technik dar deren Zweck darin besteht andere Menschen zu beeinflussen. Vor Jahrtausenden in der medizinischen Anwendung der alten Kulturen (z.B. bei den ägyptischen Priesterärzten, bei den alten Griechen) erfolgreich angewandt, haftet der Hypnosetechnik auch heute immer noch ein Hauch der Esoterik an. Es wird den Hypnotiseuren oftmals eine besondere Begabung, eine außergewöhnliche Fähigkeit, besondere spirituelle Reifung, göttliche Auslese etc. unterstellt. Es darf  an dieser Stelle nicht verschwiegen werden, dass besonders bei Bühnenhypnosen diese unsinnige Meinung von den dort sich produzierenden Hypnotiseuren auch noch forciert wird. Die Hypnose wird bewusst, wie auch unbewusst, seit dem Aufflackern der ersten Erkenntnis in der Menschheit , vorwiegend von den Frauen angewandt. Jede Mutter, die ihr Kind in den Schlaf singt, ihm tröstend die aufgeschlagenen Knie anpustet und beruhigend auf es einspricht, wendet eine bestimmte Form der Hypnose, nämlich eine helfende, beruhigende Suggestion an.

Es ist überliefert, dass in den ältesten, unserer Geschichtsschreibung bekannten Kulturen, die Hypnose von Priestern als Heilverfahren für die unterschiedlichsten
Krankheiten genutzt wurde. Entzifferte Keilschriften der Sumerer lassen erkennen, dass Suggestionen zur Heilung angewandt wurden.
Der >Papyrus Eber< (ca. 1500 v.Chr.) aus dem antiken Ägypten, berichtet von der Anwendung der Hypnose. Es gilt als ältestes schriftliches Zeugnis, auch für hypnotische Induktionstexte (Edmonston, 1986).

Das Versenken in Selbsthypnose, sitzend über einer Felsspalte, aus der vulkanische
Dämpfe aufstiegen, wurde in Delphi, Griechenland als rituelle Induktion des
Orakels genutzt. Auch der sogenannte Tempelschlaf wurde durch Hypnosetechniken
herbeigeführt und aufrecht erhalten und diente Dieser der Heilung des Patienten.

In unserem Kulturkreis waren es die keltischen Druiden, die unter Verwendung von
monotonen Gesängen dafür empfängliche Menschen, sogenannte Medien, in
hellseherische Träume versetzen.

>Aus dieser langen Tradition wird deutlich, dass es schon immer möglich war Menschen im Denken und bei ihren körperlichen Reaktionen zu beeinflussen und dadurch Heilung zu erlangen. Der Arzt Bombastus von Hohenheim (1493-1541), besser bekannt als Paracelsus, nutzte die heilende Wirkung der positiven Suggestion.
Damals schon sah Paracelsus den "inneren Arzt" als den besseren Arzt
an.<  
(Auszug aus: http://www.hypnosecoach.de/geschichte.htm) Aber erst mit  Franz Anton Messmer (1734-1815) wird der Hypnose endgültig der mystisch-religiöse Nimbus genommen. Auch durch Schultz, der 1932 das Autogene Training, dieses aus Komponenten der Hypnose- und Yogatechnik entwickelte, kam die Hypnose wieder mehr in das Bewusstsein der Therapeuten.

Doch, wie definiert man eigentlich >Hypnose<?

Ist die Hypnose Schlaf?

Hierüber streiten sich die Gelehrten. Bei EEG‑Untersuchungenkonnten die unterschiedlichsten Ergebnisse erzielt werden. Bei einigen Patienten veränderte
sich das EEG überhaupt nicht. Bei anderen konnten Kurven festgestellt werden, die nicht eindeutig zu interpretieren waren. Es wurden EEG‑Bilder aufgezeichnet, die auf Veränderungen des Bewusstseinszustands in Form von Ober‑ oder Unterfunktionen hindeuteten:
- Verlangsamung der EEG‑ Wellen, die an einen Zustand des Vorschlafs denken ließ; - Dissynchronisation der Alpha‑Aktivität, Akzentuierung der okularen Artefakte, was auf einen überwachen Zustand hinwies.             

Die Erfahrungen, die ich in der eigenen Praxis über
dreieinhalb Jahrzehnte hinweg machen konnte, lassen mich zu der Auffassung kommen, dass die Hypnose ein Zustand der gesteigerten Konzentration und keineswegs ein Zustand des tiefen, bewusstlosen Schlafes ist.

Was ist Hypnose?

Diese Frage wird immer wieder gestellt. Und immer wieder kann man nur eine subjektive Beantwortung dieser Frage bieten. Die unterschiedlichsten psychologischen Richtungen ‑ angefangen von Mesmers Theorie vom animalen oder tierischen Magnetismus bis hin zur Deutung im alphabetischen Handbuch für Psychiatrie (1952) ‑ geben eine nur unbefriedigende Erklärung der Phänomens Hypnose ab.

Definition der Hypnose 

Eine exakte Definition für die Hypnose, eine wissenschaftliche Erklärung warum sie so wirkt, wie sie wirkt gibt es auch heute noch nicht. Die Kommission der British Medical Association arbeitete 1955 eine Definition aus. Diese besagt, dass die Hypnose:      

„ein vorübergehender Zustand veränderter Aufmerksamkeit beim Patienten, ein Zustand, der von einem anderen Menschen hervorgerufen werden kann und in dem verschiedene Phänomene spontan oder als Reaktion auf verbale oder andere Reize auftreten können. Diese Phänomene umfassen eine Veränderung des Bewusstseins und des Gedächtnisses, gesteigerte Empfänglichkeit für die Suggestion, Antworten und Gedanken beim Patienten, die ihm in seinem gewohnten Geisteszustand nicht vertraut sind. Unter anderem können im hypnotischen Zustand Phänomene wie die Anästhesie (Schmerzbetäubung, d. Autor), die Paralyse (vollkommene Bewegungslähmung(med. als Folge von Schädigungen in den motorischen Nervenbahnen, d. Autor)), die Muskelstarre und vasomotorische Veränderungen (Vasomotoren = Gefäßnerven; vasomotorisch = Erweiterung oder Verengung der Blutgefäße durch verschiedene Spannungszustände der glatten Gefäßmuskulatur und der Wirkung der Gefäßnerven, d. Autor) hervorgerufen oder unterdrückt werden."

FalscheVorstellungen, oft wird das Varieté angesprochen, müssen gleich zu Beginn einer Behandlung ausgeräumt werden. Hypnose, die im Varieté durchgeführt wird, hat mit dem Willen der Probanden zu tun, die sich auf der Bühne produzieren wollen. Immer wieder werde ich darauf angesprochen, dass die Personen, die im Varieté oder im TV hypnotisiert werden, alles mit sich machen lassen. „Bin ich Ihnen willenlos ausgeliefert? Weiß ich anschließend nichts mehr von dem, was Sie mit mir anstellten?“, höre ich oft. Dazu kann ich nur sagen, die Zeitgenossen, die sich freiwillig in der Öffentlichkeit zu einer Hypnosesitzung melden, wissen, dass sie in der Trance als Kaninchen über die Bretter hoppeln, eine Zitrone als Apfel essen oder sonstigen Unfug mit ihnen angestellt wird – und sie sind dazu bereit, sind damit einverstanden. Der Schaustellerhypnotiseur sucht sich seine Teilnehmer aus einer großen Menschenmenge aus und kann solche Interessierte aussondern, die seiner Meinung nach sich weniger gut zur Hypnose eignen - und wenn er dazu fähig ist ‑ bei denen er einen psychischen oder körperlichen Defekt vermutet. Die Hypnose, die im Varieté durchgeführt wird, hat mit dem Willen der Probanden zu tun, die sich auf der Bühne produzieren wollen. Patienten, die sich einer Hypnotherapie unterziehen, wünschen eine Verbesserung ihres seelischen Zustandes, möchten an ihren Ängsten oder selbsterlebten Fehlverhalten usw. arbeiten. Hier ist eine sanfte, einfühlsame und auf den einzelnen Menschen abgestimmtes Vorgehensweise wichtig. Während der therapeutischen
Hypnosesitzung besteht das Phänomen des Rapports. Als Rapport wird die Verbindung, während der Hypnose, zwischen Therapeut und Hypnotiseur bezeichnet. Der Patient erlebt jedes Wort des Therapeuten bewusst, weiß auch nach der Behandlung alles was gesprochen oder geschehen ist. Eine Suggestion, die gegen die moralische, willentliche, religiöse oder ethische Einstellung des Patienten verstößt, bewirkt eine sofortige Unterbrechung des Trancezustandes. Der Patient wird regelrecht, selbst aus der tiefsten Trance, geschleudert und in seinen kritischen Wachzustand versetzt. Bewirkt wird dieses unbewusste Verhalten durch das in jedem Menschen vorhandene Alarmsystem, Selbsterhaltungstrieb, genannt.

Stellt die Tiefe des Trancezustandes einen Parameter für den Erfolg der Hypnose dar?

Leider nein. Je nach Patient, nach Orientierung auf die physische oder psychische Seite wirkt die Trancetiefe verschieden. Ein Somnalbuler (Schlafwandler) kann in sich in tiefster Trance befinden und dennoch weniger von den Heilsuggestionen aufnehmen wie ein Patient der sich in leichter bis mittlerer Trance befindet. In
der medizinischen, psychologischen Anwendung der Hypnose hat es der Therapeut mit Personen zu tun die unter seelischen oder körperlichen Beschwerden leiden, die Ängste oder Verhaltensstörungen aufweisen, die eine Verbesserung oder Änderung bestimmter gelebter Grundmuster erreichen möchten
Diese Menschen benötigen eine sorgfältige Einführung, eine vollständige Aufklärung und eine gemeinsame Absprache der in der Behandlung zu gebenden Suggestionen. Vertrauen heißt die Grundvoraussetzung dieser Art der Behandlung. Und zwar Vertrauen vom Patienten, dass der Therapeut sein Bestes für ihn will und Vertrauen im Therapeuten, dass der Patient auch wirklich bereit ist, auch außerhalb der Therapiestunde, an sich zu arbeiten. Der Heilungsprozess, der mittels des Einsatzes der Hypnose wirkt, stellt einen fortlaufenden Prozess dar. Die Hypnose wirkt kumulativ. Das heißt, jede, auf die erste Behandlung folgende, Behandlung verstärkt die Wirkung der vorangegangenen Therapiesitzung.
Doch auch für den Therapeuten gibt es bestimmte ethische und fachliche Vorgaben. Entscheidet sich ein Therapeut für die Anwendung der Hypnose im Rahmen einer psychologisch orientierten Behandlung, so hat er sich gewissen Anforderungen, zum Wohle des Patienten, zu stellen. So ist es für den Therapeuten wichtig zu erkennen, dass er den festen Glauben hat, dass die Therapie dem Patienten hilft und dass er mit dem Patienten arbeiten möchte. Aber auch für den Patienten gibt es ein Kriterium, das er unbedingt beachten sollte. Es ist besonders wichtig, dass er Vertrauen zu seinem Behandler finden kann. Stellt er schon beim ersten Gespräch fest, dass eine gewisse Antipatie, eine innere Ablehnung gegenüber dem Therapeuten besteht, sollte er so frei sein und sich für einen anderen Behandler entscheiden.

Abschließend wäre noch die Frage der Indikation zu klären.

Bei welchen Erkrankungen kann die Hypnose eingesetzt werden?

Die Hypnose kann nicht nur bei Krankheitszuständen eingesetzt werden. Auch zur Leistungssteigerung, zur Findung der eigenen Mitte, zur Steigerung des Selbstbewusstseins, bei Prüfungsängsten, Panikattacken, Schüchternheit, Stottern kann die Hypnose helfen. Grundsätzlich wird die Hypnose bei allen somatischen und psychischen Erkrankungen eingesetzt. Hier seien beispielhaft aufgeführt: 

Auflistung möglicher Indikationen nach Dr.med.
L. Chertok:

- Systemarterielle Hypertonie, Herzneurose, Rythmusstörungen, - Angina pektoris, - Verminderung der Angst, - Asthma, - Appetitzügelung durch Hypnose, - Ulcus duodeni, - Gastrits, - Enuresis nocturna (nächtliches Bettnässen), - Inkontinenz, - Impotenz, - Vorbereitung auf die Geburt und bei der Geburt, - Entfernung von Warzen, - Ekzeme, - Psoriasis, - Urtikaria, - Neurodermitis, - Kreishaarschwund, - Erfolge bei Stottern und Tics, - Anästhesie beim Zahnarzt, - gegen Brechreiz (Gegenstand im Mund), - Ursachenforschung,  - Formen der Neurosen. - Angstneurose, - Prüfungsangst z.B. Führerscheinprüfung, - bei Phobien als beruhigendes Adjuvans, - bei Zwangsneurosen als Adjuvans zur Psychotherapie, - bei Psychosen als Adjuvans zur Beruhigung, - Erfolge bei Alkoholikern wie auch bei Rauchern, - anästhesiologie Wirkung der Hypnose auf Schmerz, - Angst vor Operationen, - in der Cancerologie Einsatz der Hypnose zur Linderung der Schmerzen, - Einwirkung zur Stärkung des Willens zur Gesundung.

Vor dem Einsatz der Hypnose muss die medizinische Abklärung unklarer körperlicher Schmerzzustände, unklarer anfallsweise auftretende Ausfallerscheinungen des Bewusstseins durchgeführt werden.

Lediglich, und das ist besonders wichtig, bei einer akuten Psychose sollte die Hypnose nicht angewandt werden, da eine Verschlimmerung des Krankheitsbildes (Auslösung eines weiteren Schubs) nicht ausgeschlossen werden kann.

Abschließend betrachtet stellt die therapeutische Anwendung der Hypnose m.E. die angenehmste Art einer Behandlung dar.

Ob Raucherentwöhnung, Behandlung von Übergewicht, Regressionen (durch das
Versetzen in die Kindheit oder vor die Geburt), alles was mit dem Willen des Patienten einhergeht, wird zur Verbesserung oder gar zur Heilung beitragen.

Gerade bei der Raucherentwöhnung, bei der Gewichtsreduktion, werden in meiner  Praxis beste Ergebnisse erzielt. Wichtig bei diesen Hypnoseanwendungen ist die Absicht des Patienten eine Änderung seines Verhaltens wirklich zu wollen.

Die langjährige Erfahrungen in meiner Praxis zeigen, dass bei Krebserkrankungen die Hypnose, zusätzlich zu den schulmedizinischen Anwendungen, für eine innere Ruhe, Hoffnung und verstärkte Lebensenergie sorgen. Der Verlauf einer medizinisch  diagnostizierten Heilungsaussicht, wird durch den positiven Einfluss der Hypnose auf die Psyche verstärkt. 

Roland S. Herzhauser,
Heilpraktiker
und Buchautor

Copyright 2012-06-12

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