| Zauberwort Meditation | |
| Immer mehr Interessierte
unseres Kulturkreises wenden sich der Meditation zu, ohne genau zu wissen
was sich unter dem Begriff Meditation verbirgt.
Meditation wird häufig als das „In - sich - versenken“ bezeichnet. Tatsächlich hat die Meditation viele Gesichter. |
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Konzentriertes Arbeiten
- Intensives Lesen - Konzentration auf die eigene Befindlichkeit - Das
Suchen nach einem oder nach dem Sinn des Lebens - Gedan- ken fließen
lassen - Sich leer denken - Freude bewusst empfinden - und vieles mehr
stellen Arten der Meditation dar. |
| Meditation (Ein Vortrag von Roland S. Herzhauser © copyright R.S.Herzhauser 2001): | |
| „Was ist Meditation?“
fragt Yesudian in seinem Buch „Selbsterziehung durch Yoga“.
Er gibt auch gleich die Antwort, die so schlüssig, wie auch sphinxhaft
ist: Meditation ist das unaufhörliche Streben noch der Verwirklichung unseres wahren Selbst. Meditation ist das ständige Vorwärtsgehen auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Diese Suche findet aber im Innem von einem selbst statt. Es ist die Suche nach dem göttlichen Ursprung in uns. Es ist die Suche nach der Ursache der eigenen Existenz. Es ist die Suche noch uns selbst. Meditation führt, durch das Richten des Bewußtseins nach innen, zu den Quellen aller Lebensoffenbarungen zu uns selbst. Es gibt verschiedene Möglichkeiten Meditation durchzuführen. |
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| Das Gebet: | Die Arbeit: |
| Der eine Weg ist der
Weg des Gebetes, der Liebe und Andacht. Franz von Assisi war bekannt
für seine anfänglich langen Gebete. Je weiter er in seiner
Erkenntnis voranschritt, desto kürzer wurden seine Gebete, „ich
liebe dich, ich liebe dich, ich liebe dich“, war eines
davon, bis sie schließlich nur noch in die Wiederholung: „Gott,
Gott, Gott“ mündeten. |
Arbeit versüßt
das Leben, sagt der Volks- mund Arbeit ist aber auch ein weiterer Weg
der Meditation. Wird die Arbeit voll- kommen und zur persönlichen
Zufrieden- heit ausgeführt, so ist sie mit der Eigen- schaft des
Geistes - der höchsten Voll- kommenheit durchsetzt. Yesudian meint auch hier treffend: „Vollkommene Arbeit und Weisheit sind ein und dasselbe, denn derjenige ist wei- se, der vollkommen handelt. Bei allem was getan wird sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass es gerne getan wird. Jeder selbstauferlegte Zwang kann nur ein unter Druck geschaffenes Ergeb- nis zeitigen. Verurteilungen, Selbstvor- würfe sollten unterlassen bleiben. Die Er- kenntnis, dass der Weg weit ist und erst am Ende die Meisterschaft zu erblicken ist, sollte immer im Bewußtsein verankert sein.“ Ich weiss nicht mehr wer es sagte: „Ihr könnt alles machen, doch was ihr macht, das macht mit Liebe!“ |
| Die Selbstbeherrschung: | Das Wissen: |
| Zur Selbstbeherrschung gehört die Gedankenbeherrschung. Das Erkennen der aufwallenden Gefühle, das Stillhalten der rasenden Gedanken, die Wahrneh- mung der uns zur Verfügung stehenden Kräfte und deren Beherrschung lenken das Bewußtsein noch innen, sagt sinngemäß Yesudian. | „Der vierte Hauptweg, der zum inneren Ziel führt, ist der Pfad des Wissens. Durch die Kraft der Unterscheidung, die das Wesentliche wählt und das Unwesentliche verwirft, gewinnt diese Haltung die Oberhand in allen Handlungen. Die vergängliche Natur der äußeren Welt bringt den Menschen dazu, jede Bindung an Unwesentliches aufzugeben. Er lernt, durch diese Welt zu gehen wie ein Zuschauer, der nicht an die Spiegelungen von Lust und Leid, Freude und Trauer gebunden ist. Immer identisch mit dem Geist, ist er frei von allen Banden. Die Verwirklichung seiner innewohnenden Göttlichkeit lässt ihn dieselbe Göttlichkeit des ganzen Universums erkennen, von der er nur ein Teil ist.“ |
| Wie soll man meditieren: | |
| Täglich sollte man
sich einen Zeitraum von 10 bis 20 Minuten nehmen, sich ruhig hinsetzen,
hinlegen und seinen Gedanken freien Lauf lassen. Anfänglich dürfte
dies ein relativ einfacher Weg sein, der zu einem gewissen Abschalten
der Erregungszustände führt. Hat man dies einige Wochen geübt, so sollte man für ca. 5 Minuten die Yoga-Atmung - wie im A.T. gelernt - anwenden. „Der Atem ist das Zeichen des Lebens.“ Dies ist ein Satz, der eine weit tiefere Bedeutung für sich in Anspruch nehmen kann, als dedenige, der ihn, äußert, oftmals ahnt. |
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| Die Vorbereitungen sind zum richtigen Atmen unerläßlich: | |
| 1. Die verbrauchte Luft,
die sich in der Lunge befindet, soll zu Beginn durch kräftige Aus-
2. Die Wirbelsäule muß auf eine bequeme und natürliche Art gerade gehalten werden. 3. Die Augen sollen geschlossen werden und während der Zeit der Atemübung geschlos- 4. Dem Atem muss die volle und stetige Aufmerksamkeit zugewandt werden. Man darf Normalerweise atmen wir in einer Häufigkeit von 14 bis 20 Atemzügen/Minute. Dieser Zyklus muß nun im Laufe des Übens verringert werden. Es sollte gelingen die Atemfrequenz in den nächsten sechs Monaten, tägliches Üben vorausgesetzt, in etwa um die Hälfte, auf ca. 7 bis 10 Atemzüge/Minute, zu reduzieren. Die Atmung während der Übung sollte ruhig, gelassen, entspannt und ohne Anstrengung sein. Die Atemtätigkeit sollte sorgfältig beobachtet und die ganze Aufmerksamkeit auf sie gerichtet sein; d.h. der Übende soll seine ganze Gedankenkraft und Konzentration auf den Vorgang der Atmung richten. Die Ein- wie auch die Ausatmung erfolgt über die Nase bei geschlossenem Mund. Die Zeitdauer einer jeden Übung darf fünf Minuten auf keinen Fall überschreiten. Hat man eine genügend lange Zeit täglich diese Fünf-Minuten-Übung trainiert, gedacht ist hier an einen Zeitraum in der Größenordnung eines halben Jahres, sollte man, um das Gefühl des Vertrauens und der Sicherheit zu erhalten, die fünf Minuten dauernde Zeitspanne der Atembeherrschung erhöhen. Sie kann langsam auf zehn oder sogar fünfzehn Minuten verlängert werden. Bei der Prana-Asana geht, wie wir wissen, der Atemrhythmus wie folgt: Einatmen - Atem anhalten, Ausatmen - Atem anhalten, Einatmen - Atem anhalten', Ausatmen - Atem anhalten usw. Das Anhalten in diesem ablaufenden Intervall ist deswegen so wichtig, weil, liegt der Bewegungsapparat des Atemvorganges still, kommt auch das Bewußtsein zur Ruhe. Zur Erklärung darf hier das Bild eines Menschen in Erinnerung gebracht werden, der vor Wut schnaubt und als Gegenbeispiel das eines Menschen, der konzentriert und ruhig arbeitet, ein Buch liest oder einfach entspannt und gelöst meditiert. Seit Äonen werden Yogis gelehrt, dass, wenn es ihnen gelingt den Atem anzuhalten, sie auch ihre Gedanken anhalten, und dadurch beherrschen können. Die chinesischen Mystiker beschreiben die Ruhe, die bei der Atemübung im Übenden herrschen muß folgendermaßen: Die Feder, die unter die Nase des Übenden gehalten wird, darf sich im Luftstrom nicht bewegen. Man muß seine Konzentration während des Atemvorganges so auf die Atmung richten, daß der Geist sich mit der Atmung vereinigen kann. Diese Übung darf niemals auf gleichgültige Art ausgeführt werden, sondern nur mit bewusster Konzentration auf den Atemstrom. Nur dieses Vorgehen gewährt ein Weiter- kommen und Voranschreiten auf dem geistigen Pfad. Das Selbst sollte gänzlich in dem Rhythmus der Atmung aufgehen. Es ist ganz deutlich im bereits Gesagten zu erkennen, dass die Wirksamkeit dieser Atemübung im direkten Verhältnis zu dem Grad der Konzentration steht, die man ihr widmet. „Der Yogi erklärte weder, dass, sobald man das göttliche Bewußtsein erlangt habe, die geistige Essenz jedes Atemzuges zum Scheitel des Hauptes aufwärts steige und dort verbleibe, wodurch dem Geist Unsterblichkeit verliehen werde:“ Paul Brunton 4) Noch ca. 12 Wochen Atemtraining folgt die Ausweitung des Atemübungszeitraumes auf 10 bis 20 Minuten. Dabei erfolgt die Konzentration auf das Herzzentrum. „Konzentriere das Bewusstsein in die Mitte deines Seins und halte es dort fest“. sagt wieder Yesudian. „Jedesmal, wenn wir tief in Meditation sind, vergeht ein Teil des alten Menschen, und ein Teil des neuen Menschen erscheint. Wer Selbstbeherrschung besitzt, besitzt das Selbst. Wer das Selbst besitzt, besitzt alles.“ 5) Vivekananda sagte: „Jede Seele ist ihrem Wesen und Vermögen nach göttlich. Das Ziel ist die Offenbarung dieses innewohnenden Göttlichen durch Beherrschung der äußeren und inneren Natur. Erreiche dies entweder durch Arbeit oder durch Andacht oder durch Kontrolle der seelischen Vorgänge oder durch Philosophie, durch eines oder einiges oder alles - und sei frei. Das ist das Ganze der Religion. Lehrsätze und Dogmen oder Riten oder Bücher oder Tempel oder Bräuche sind nur nebensächliches Beiwerk.“ Fußnoten: 1) Yesudian, Selvarajan: Selbsterziehung durch Yoga, Drei Eichen Verlag 2) Yesudian, Selvorajan: Selbsterziehung durch Yoga, Drei Eichen Verlag 3) Yesudian, Seivarajan: Selbsterziehung durch Yoga, Drei Eichen Verlag 4) Brunton, Paul: Das Überselbst 5) Yesudian, Selvorajan: Selbsterziehung durch Yoga, Drei Eichen Verlag |
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